Warum ich nicht in Monaco leben möchte

 

Ihr fragt euch jetzt vielleicht: Ist Monaco nicht ein eigenes Land? Oder gibt es in Italien eine Stadt mit diesem Namen.

 

Wer meine Stories auf Instagram verfolgt hat, der wird vermutlich wissen, dass ich in Ligurien war und von dort aus einen Tagesauflug gemacht habe. Einige von euch haben sich dazu einen Blogbeitrag gewünscht – Voila hier ist er!


Vorab einige generelle Infos zu Monaco. Eigentlich heißt es Fürstentum Monaco und es ist ein sogenannter Stadtstaat am Mittelmeer. Nach der Vatikanstadt ist Monaco der zweitkleinste Staat auf der Erde mit nur 39 520 Einwohnern (Stand 2021) und einer Fläche von 2 084 Quadratkilometern.

 

Nicht verwunderlich ist, dass Monaco eine sehr hohe Bevölkerungsdichte aufweist - mit 18 831 Einwohner je Quadratkilometer. Sogar Singapur und Bahrain haben eine geringere Bevölkerungsdichte als der Stadtstaat. Was ebenso interessant ist, dass 77,5 % nicht über die monegassische Staatsbürgerschaft verfügen.

 

Von Genua aus erreicht ihr Monaco innerhalb von 2 h 40 min mit dem Auto. Es liegen rund 180 km dazwischen. Wir, mein Belgleiter und ich, befanden uns in der Nähe von Imperia.

 

Da wir beide noch nie in Monaco waren und es nur 1 h entfernt lag, machten wir einen Tagesausflug dorthin. Wenn ich ganz ehrlich bin, waren wir nur einige Stunden dort. Wir haben aber alles gesehen, was man sehen sollte. Auf die Sehenswürdigkeiten möchte ich aber in diesem Beitrag nicht eingehen. Italien ist und bleibt mein Lieblingsland und nicht Monaco. 

 

 

Aber meine persönliche Meinung gebe ich gerne dazu ab. Also zurück zum eigentlichen Thema. Oh Gott, ich verplappere mich oftmals und weiche vom Thema ab.

 

Nummer eins: Ich kann mir Monaco momentan nicht leisten. Sollte ich im Lotto gewinnen oder eines Tages mehrere Millionen Follower haben und Werbung für Prada und Gucci machen, dann könnte ich mir vermutlich eine Wohnung in Monaco leisten, aber ich würde mich NIEMALS dafür entscheiden, dort zu wohnen, und zwar aus diesem simplen Grund: In der Stadt ist mir einfach zu viel Trubel. Überall tummeln sich Touristen. Alle tun so, als wären sie reich. Einige wenige sind es vielleicht, der Großteil aber nicht. Sie möchten einfach dazugehören und für einen Tag zumindest in die Welt der Reichen und Schönen eintauchen. Dies zeigte sich deutlich am Gewand der Touristen.

 

Mich hat die Stadt einfach nur gestresst und ich wollte nicht für eine Pizza 17 € bezahlen, die vermutlich nicht so gut schmeckt wie in Italien.

 

Ab und an passierte es auch, dass mein Peugeot 308 mit den Abschürfungen und kleinen Dellen hinten zwischen den zahlreichen Ferraris, den Porsches und was es eben noch so alles Teures am Automarkt gibt, untergegangen ist. Die Dellen habe ich übrigens vom Zurückschieben: das erste Mal in Rosenheim - Straßenlaterne, und das zweite Mal in Kufstein - Parkhaus.

 

Wenn man damit nicht leben kann, dass man mit den neusten Ferraris konkurrieren kann, dann würde ich euch nicht raten, mit dem eigenen Fahrzeug nach Monaco zu fahren. Wobei anzumerken ist, dass jetzt nicht nur tolle Autos herumfahren, wir haben auch sehr viele „normale“ gesehen. In Casinonähe tummeln sich hauptsächlich die teuren Autos. Für Autointeressierte perfekt. Das gilt auch so für Leute, die an Yachten interessiert sind. Mich haben die Fische, die sich zwischen den Yachten tummelten, mehr fasziniert. Dabei muss ich auch sagen, dass Fische neben Katzen und Enten zu meinen Lieblingstieren zählen. Einfach faszinierende Lebenswesen, weil sie nur im Wasser überleben können. 

 

 

Ich drifte schon wieder beim Schreiben ab. Ein weiterer Grund, warum ich nicht in Monaco leben möchte, ist - nein - nicht die Sprache (Französisch). Das wäre sogar ein Plus-Punkt, da ich nach der Matura lange überlegt habe, ob ich Englisch oder Französisch studieren soll. Schließlich habe ich mich dann für Englisch entschieden, was keine gute Idee war, aber das ist eine andere Geschichte. Außerdem gibt es kaum Grünflächen. Mir war Wien schon zu krass, obwohl es dort viel Parks gibt und auch die Donauinsel. Überall ist man von Leuten umgeben. Nein, danke! Ich bin aus dem Waldviertel. Ich brauche meine Ruheoasen und Kraftorte in der Natur, wo mich niemand stört und wo ich niemanden störe.

 

Monaco scheint zwar für viele Leute das Paradies zu sein, aber ich würde mich einfach nur gefangen in diesem Paradies fühlen.

 

Mein Resümee: Selbst wenn mir jemand eine Wohnung in Monaco schenken würde, dann würde ich sie zwar dankend annehmen, aber sie dann so schnell wie möglich verkaufen und mir eine Villa in Ligurien - irgendwo auf einer Anhöhe mit Meerblick - kaufen. In meinem Garten würden ein Zitronenbaum, ein Orangenbaum und eine Palme stehen. Falls mir mal der Vitamin C-Kick fehlt, könnte ich einfach schnell rausgehen und mir Orangen oder Zitronen pflücken. Die Palme wäre einfach nur wegen der Dekoration und der Faszination. Das mit der Faszination meine ich ernst: Schaut euch mal eine Palme genauer an – einfach herrlich. Auch der abgeschnittene Stamm mit den einzelnen Fasern ist spannend zu betrachten. Falls die Frage jetzt aufkommt: Nein, ich bin kein Palmenfetischist.

 

Ein Haus mit einer Steinermauer in der Toskana mitten in der Chianti-Region, umgeben von sanften Hügeln und Olivenhainen, wäre auch nicht schlecht.

 

Option Nummer 3 wäre ein Haus in den Dolomiten. Irgendwo abgelegen, was zwar im Winter ein Problem wäre, aber egal. Man müsste eben einen Essensvorrat bis zum Frühling, welcher dort ungefähr ab Mai einsetzt, daheim haben. Alles im machbaren Bereich. Der Vorteil wäre, ich könnte nackt herumlaufen, keiner würde mich sehen und ich hätte einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge.

 

Ich hoffe, euch hat der Beitrag trotz fehlendem Infoteil trotzdem gefallen und ich habe euch vielleicht doch ein wenig neugierig auf Monaco gemacht - oder eben auch nicht. Beides ist in Ordnung. Ich möchte Monaco nicht schlechtreden. Wem es gefällt, dann ist das total super. Für meinen Teil wäre Monaco nichts.