Gastbeitrag: Weinland Italien: die bekanntesten Weine jeder Region

 

Wein ist für uns Italiener sowohl Kulturgut als auch fester Bestandteil des Alltagslebens. Jedevon Italiens 20 Regionen hat ihre eigenen Rebflächen und ihre eigenen, ganz typischen Weine. Ecco: meine Italien-Entdeckungstour für Wein-Liebhaber. 


Aosta-Tal – Fumin

Italiens kleinste Region ganz im Nordwesten der Nation ist durch eine bergige Landschaft geprägt. Wein wird daher im Terrassenanbau kultiviert. Die roten, einheimischen Trauben spielen dabei die Hauptrolle - etwa der Fumin.

 

Piemont – Barolo

Die Traubensorten des Piemont zählen zum UNESCO-Welterbe. Darunter der Nebbiolo. Und aus ihm keltert man den edlen Rotwein Barolo, benannt nach dem gleichnamigen Dorf.

 

Lombardei – Franciacorta

Das wohl bekannteste Weinbaugebiet der Lombardei ist die Franciacorta. Berühmtestes Produkt ist der gleichnamige Schaumwein, welcher seinem französischen Verwandten, dem Champagner durchaus ebenbürtig ist.

 

Trentino-Südtirol – Pinot Grigio 

Die beliebte Urlaubsregion begeistert mit ihren Alpenpanoramen, einem breiten Angebot an Outdoor-Sport - und mit köstlichen Weißweinen. Ein typischer Vertreter der Region ist der Pinot Grigio.

 

Venetien – Prosecco

Prosecco: Dieser Name ist längst zum Synonym für Sekt unterschiedlichster Qualität geworden. Doch das Original - und seit einigen Jahren auch als Herkunftsbezeichnung geschützt, was das Qualitätsniveau deutlich anhob - stammt von den Prosecco-Hügeln in der Region Venetien.

 

Friaul Julisch-Venetien – Friulano

Venetiens Nachbar-Region glänzt mit einer reichen Auswahl an autochthonen (“indigenen”) Sorten. Darunter etwa die weiße Traube Friulano, aus der lebhafte, alkoholreiche Weine hergestellt werden.

 

Ligurien – Vermentino

Die Weinberge der Küstenregion Ligurien sind in Hanglage Richtung Meer angelegt. Angebaut wird dort etwa die Weißweinsorte Vermentino, welche herrlich duftig-aromatische Weine ergibt.

 

Emilia-Romagna – Lambrusco

Völlig zu Unrecht wurde der Lambrusco lange Zeit als Billigwein abgestempelt. Doch der echte aus der gleichnamigen Rebsorte gekelterte Rotwein aus den Gegenden um Modena und Reggio Emilia begeistert mit einem edlen, fruchtigen Aroma.

 

Toskana – Chianti

So wie die toskanischen Hügel der Inbegriff landschaftlicher Schönheit sind, ist der Chianti der Inbegriff des eleganten italienischen Rotweins. Hauptrebsorte und hauptverantwortlich für den Charakter ist die Rebsorte Sangiovese.

 

Umbrien – Orvieto

Aus der Gegend um die wunderschöne Stadt Orvieto stammt der gleichnamige Weißwein, hergestellt aus verschiedenen weißen Traubensorten. Papst Gregor XVI. war so in den Wein vernarrt, dass er nach seinem Tod damit gewaschen werden wollte.

 

Marken – Verdicchio

Verdicchio di Castelli di Jesi heißt dieser trockene Weiße mit vollem Namen. Verdicchio ist die verwendete Hauptrebsorte und Jesi die Stadt, aus der er stammt. Ein optimaler Begleiter zu Fisch und Geflügel.

 

Latium – Frascati

Nur 20 Kilometer von Rom entfernt liegt eine kleine Gemeinde, welche einem hervorragenden Weißwein seinen Namen gegeben hat: Frascati. Schon im 15. Jahrhundert waren die Frascati-Winzer Großlieferanten für die Tavernen der Hauptstadt.

 

Abruzzen – Montepulciano d’Abruzzo

Der Wein schlechthin in den Abruzzen ist der Montepulciano d’Abruzzo, der zum Großteil aus der Montepulciano-Traube besteht. Die macht den fruchtig-würzigen Charakter des rubinroten Rebsaftes aus.

 

Molise – Tintilia

Angeblich brachte eine bourbonische Adelige die Tintilia-Rebe nach Molise. Als die Dame starb, kultivierte ihr trauernder Mann die Traube als Andenken an seine Frau. Fest steht, dass der Tintilia del Molise bis heute das önologische Aushängeschild der Region ist.

 

Kampanien – Falanghina del Sannio

Die weiße Rebsorte Falanghina und die historische Landschaft Sannio waren namensgebend für den Falanghina del Sannio. Der strohgelbe, blumige Weißwein ist der meistgetrunkene der Region.

 

Apulien – Primitivo

Der Primitivo aus Apulien ist längst in der ganzen Welt bekannt. Sein kräftig würziger Geschmack und die deutlichen Tannine machen ihn zum perfekten Begleiter von deftigem Essen.

 

Basilikata – Aglianico del Vulture

Im Vulture-Gebiet reift auf Höhen von bis zu 800 Metern die Aglianico-Traube. Aus ihr entstehen geschmacklich komplexe und intensive Rotweine, die zudem sehr gut lange gelagert werden können.

 

Kalabrien – Cirò Rosso

Der Gaglioppo ist eine der ältesten roten Traubensorten der Welt und ergibt alkoholreiche und vollmundige Weine, etwa den Cirò Rosso. In der Antike bekamen ihn angeblich Sieger der olympischen Spiele zu trinken.

 

Sizilien – Marsala

Der Marsala ist nach der gleichnamigen Hafenstadt im äußersten Westen der Insel benannt. Der schwere süße Rote findet vor allem als Dessertwein Verwendung und wird manchmal sogar mit Eigelb und Zucker versetzt.

 

Sardinien – Cannonau

 

Cannonau ist die wichtigste rote Traube der paradiesischen Insel Sardinien, deren Bewohner für ihr langes, gesundes Leben bekannt sind. Dieses schreiben sie nicht zuletzt dem kräftigen Rotwein Cannonau di Sardegna zu.

Über die Autorin

Tiziana Lucentini ist Sommelière (Diplom des Italienischen Sommelier-Verbands AIS) und Winzerin in fünfter Generation. Sie lebt in München und der Toskana und veranstaltet Weinseminare, Firmen-Events sowie Verkostungen.

 

Auf ihrer Websitehttps://sommeliertiziana.com/ widmet sie sich jeden Monat einem neuen Thema und bietet eine passende Online-Verkostung dazu an.